von Prinz Uwe dem 21. und Prinzessin Angelika die 19., zwei Lustige, Charmante von der oberen Kirchenkante.

Dank der uns übertragenen närrischen Hoheitsgewalt wünschen wir uns für das Scheppenbachtal, dass nachfolgende Paragraphen beachtet werden:

§1

Meine männlichen Wurzeln liegen in der Dom- und Kaiserstadt Fritzlar, in deren Nähe Bonifatius die Donareiche fällte, aus deren Holz der St. Peters-Dom zu Fritzlar errichtet wurde,  deren Name Ort des Friedens bedeutet. Die weiblichen Wurzelinnen der Prinzessin liegen in dem Pfarrers- und Prinzendorf Eckweisbach, in dessen Nähe der Scheppenbach fließt, mit dessen Wasser der Speis für die St. Michaels-Kirche angemischt wurde, dessen Namens-Ursprung im lateinischen „equs“, „Pferd“, liegt: So, genug der Klugscheißereien. Unser prinzliches Refugium wurde über der St. Michaels-Kirche erbaut, der Großvater der Prinzessin errichtete die Fundamente des Gebäudes an der oberen Kirchenkante. Früher war der Straßenname Kirchstraße, heute Michaelstraße, damals wie heute aber weithin bekannt als „die Holl in Ackwissbich“.

§2

Wir sind als das diesjährige Prinzenpaar nicht nur charmant, sondern auch reiselustig und bestrebt, das Scheppenbachtal in der Welt bekannter zu machen. Eine Spanien-Reise: Die alltägliche Begrüßung Hola habe ich dort stets mit einem kräftigen Helau beantwortet, woraufhin ich zum San Miguel, deutsch St. Michael, Büchsenbier-König gekürt wurde. Eine Italien-Reise: Immer herzlich wurde meine Prinzessin mit John Porno, Entschuldigung, buon giorno, begrüßt, woraufhin sie stets voller Inbrunst …    ein dreifach donnerndes Scheppen-Bach rief. Es endete damit, dass man ihr die Mafia auf den Hals hetzen wollte. Das alles hat uns gezeigt, dass man global betrachtet nur mit einer Sprache weiterkommt: Gebrochenes Hochdeutsch, verlerntes Englisch, fundiertes Fritzlanisch… und gepflegtes Rhöner Platt: Dieses Kauderwelsch wird in der ganzen Welt verstanden

§3

Und wer könnte das besser interpretieren als Mylady Raphaela, Mylord Horst und Duke Björn: Seit dem peinlichen Prügel-Prinzen aus Hannover mit seinem krummen Regenschirm fehlt es unserem good old Germany an Glanz. Das wird sich ändern, diese drei distinguierten Herrschaften lassen die vornehme Noblesse wieder aufleben. Auch wenn sie so aussehen, sich so bewegen und so benehmen: Sie sind keine Briten, und nur der absolute Kenner wird es hören:  English ist not richtig dere ihr Mothersprooch, manch times stübbert `s ä wenk. Sie werden das Prinzenpaar mit Schirm, Charme und Melone durch die Kampagne begleiten. My Lady Raphaela is the klei little Luider von Lebbolds, Mylord Horst the Sässemer Fullmilk-Schokolade-Nugat-Experte und Duke Björn the Hüüfaller Mc Hammer uis `m Confetti. Stänkereien jedweder Art werden von den Herrschaften nicht geduldet, this goes net, darauf wird insistiert: Mit daane is not good cherry eating, also net good Kersche asse.

§4

My dear Mister Singingclub, mein lieber Herr Gesangsverein, wir haven jede Menge Peobles, user Follower, also onser Gefolge, bey Mylady Raphaela war früher die Queen of Bocksprung, Mylord Horst konn freyhandich Canasta off `m Mountainbike, Duke Björn war ein gefürchteter Boygroup-Imitator im Popper-Style. Da Tanzen in unserer Kampagne einen hohen Stellenwert hat, werden sie dafür sorgen, dass das gesamte Scheppenbachtal bis Aschermittwoch durchgehend in Bewegung bleibt. Mylord und Mylady Bump, dazu später, sorgen dafür, dass man im Bump-Style durch die „Holl“ tänzelt, der Duke dafür, dass man „Mc Hammer“-Stil: „You can`t touch this“ stilecht die „Narrenklause“ betritt. Unser Prinzenmariechen Caro uis Sömmeschhuise is ümmer onn onserer Sitt, the ganze Tanz-, Mussik- onn Begleitgruppe senn very beleibt … beliebt. Ohne unser Gefolge ist unsere ganze Kampagne nichts wert und wir freuen uns how the pig, bee de Sau, dass sie uns, wie wir erhoffen, in großer Zahl bei all` unseren Einmärschen und Auftritten begleiten.

 §5

Das Herz einer jeden Kirche sind die Glocken: Fulda hat den Dom mit der Salvator-Glocke, London hat den Westminster Palast mit dem Big Ben, aber heaven, ass ant thread, Himmel, Oarsch onn Zwerrn: Ackwissbich hott de St. Michaels-Kerch mit de grosse Christus-Friedensglock`, dos es `n rechtiche Brummer mit attliche Zanner Gewecht. Narren obacht: Da die Kirche an oder in der „Holl“ liegt, bekannte Glocken hat, haben wir also sozusagen die „Holls Bells“ in unserer Nachbarschaft. Dieses kirchliche Geläut war und ist für uns Musik in den Ohren, die 300 Dezibel aus 32 Metern Entfernung zu unserem prinzlichen Schlafzimmer wirken wohltuend und schlaffördernd. Wie oft habe ich mich in den ersten Anfangsjahren in der Rhön, nach meinen ersten Worten in Platt …“Kadoffelsalod onn Wörschderee“ , nachts während der Glockenschläge vor Freude in den Schlaf geweint. Das bekannte Einschlaflied „Holl`s Bells“ wird daher in der Kampagne mehrfach zu hören sein.

 §6

Auch wenn man es meiner Prinzessin nicht ansieht, se ess `n raychte Säubüddel. Es wäre jammerschade, wenn ihre wunderschönen und schweinemäßig teuren Kleider vollgesaut würden. Aus dem Grund benötigen wir Hilfe: Wenn bei der Prinzessin wieder `mal nach einem Schnitzelweck das Ketchup einen halben Meter über das Kleid tropft, rückt die Tine Miller mit ihrem Provin-Alleskönner an, das Zeug reinigt nahezu alles weg und hat damals bei ihr schon zahlreiche unschöne Flecken kaschiert. Mir persönlich ist es egal, von welcher Plörre ich einen Brummschädel bekomme, Prinzessin Angelika hingegen konsumiert für ihr Leben gerne „Nüsschen-Schnaps“, und nicht den in der SFG bevorzugten Kümmerling: The Princess makes not vill Geschiss, see bruch `net Villes, äbber this. Aus dem Grund muss Martin Miller den edlen Herrschaften Mylady, Mylord und dem Duke zur Hand gehen, wenn die ihrerseits die ganzen „Nüsschen“ abgehülst haben. When we sit beautyful in the ink, bann mey schö `in de Tinte setze onn kei Nösseree me honn, dan moss den Maddin dos Zeuch irgendwo beydenns.

§7

Er hat es uns versprochen,  Nachbar und An-Rainer Büttner will unser prinzliches Gebäude dekorieren. Wir haben auch keine hohen Ansprüche … aber eine gewisse Ähnlichkeit mit Schloss Neuschwanstein oder dem Buckingham Palast wäre wünschenswert. Die Gymnastikladys-Heike wird bestimmt hilfreich zur Hand gehen und ihre Laubsäge für die Arbeiten aus Holz glühen lassen. Apropos Holz: When the Elferrat thinks, you can beat me over the ear, de mich über`s Uhr gehau `könne, dann are sey on the woodway, dann senn se off `m Holzwaach. Selbstverständlich müssen die Damen und Herren Elferrat sowie der Vorstand mit anpacken, this wäre ja noch beautyfuller, wär` jo noch schönner. Die Prinzessin und ich haben seit Jahren das Problem, dass in unserem Garten während des Läutens der Kirchenglocken kein verbales Gespräch möglich ist, wir kommunizieren dann ausschließlich über Zeichensprache: Manchtimes i only understand railstation, do verstenn ich dann nur Bahnhof. Daher wird angeregt, dass man in unserem Garten ein schönes großes schalldichtes Vogelhäuschen errichtet, in das wir uns beim Geläut diskret zurückziehen können.

§8

Pfarrer Noll ist im weitesten Sinne unser Nachbar, sozusagen der Kirchenpatron oder umgangssprachlich auch der Don von St. Michael. Sein Partner bei närrischen Auftritten im Scheppenbachtal ist Bürgermeister Blum, Burgerking Hubert als Chief in the Rhön. Es wäre unser Wunsch, wenn beide noch einmal  brainstorming beim Oskar, so heißt dos bei dane, mache,  then a performence für de Fremdensitzunge `hinkreeche.  Und noch wünschenswerter wäre es, wenn de `Don onn de `Burgerking im kommenden Winter die „Holl“ von Schnee befreien, in welcher Form auch immer. Da die Prinzessin von der „glockenhellen“, do senn „se wier, Stimme unseres Pfarrers begeistert ist, könnte er beim Schnee räumen „Kling `Glöckchen Klingeling“ singen: Und wenn er dabei so viele Strophen singt wie während der Gottesdienste auch … dann ist die „Holl“ auch ganz sicher ordentlich geräumt.

§9

Hier in der Discothek „ L`orage“ lernten wir uns in den 80ern kennen und lieben. Und was damals von Erfolg gekrönt wurde, soll auch in dieser Kampagne wieder in altem Glanz erstrahlen: Eine Disco am Fastnachts-Freitag, von 20.00 bis 01.00 Uhr.  Prinz Ludwig der 1. soll dafür Sorge tragen, dass der Fummelbunker unter der Discokugel wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Preise wie damals, Persico und Eierlikör, „Blue Bajou“ als Rausschmeißer.          Zur damaligen Zeit gab es im „L`orage“ noch Tanzwettbewerbe, onn kein battle on the Bühne. Mehrfacher Semi-Gewinner dieser Wettbewerbe war ein gewisser „Duback“, der seinerzeit einige Piccolöchen Sekt als Preise abgegriffen hat. Wir schlagen vor, dass Prinzessin Rüdikunde mit sinne Tanzmooves groovt, DJ Jünter macht de Mussik, de gaanze Follower , das Gefolge, im 70-/80er Jahre-Outfit kömmt. Dann wäre alles wie früher, dann can come what want`s, dann konn gekomm bos well.

§10

Meine Prinzessin und ich formten unsere Astralkörper als Gymnastikerine und Blutgrätschen-King bei der SG Eckweisbach. Auch Mylady Raphaela, Mylord Horst und Duke Björn strotzen nur so vor körperlichem Perfektionismus, daher bestimmen wir: Ä event moss ha, this goes net so widdesch, de Foosenoacht goes sporty. Früher gab es bei Sportfesten Torwand-Schießen, geht nicht, so ein Ding trifft heute keine Sau mehr: Statt dessen Hallentor-Bolzen, gegen die Blech-Tore vom Erdbau: Schöne Frauen spielen mit großen Bällen, alte Männer quälen ihre morschen Knochen, und alle Follower bolzen mit: So werd dos chield, dos Keynd, gedauft. Als Wettkampfausrichter werden de Erdbau onn de Bob bestimmt. Und wenn die Gymnastik-„Eckweiskracher“ ihr legendäres Kuhkostüm tragen, die Alt-Herren-„Geschmeidigen Körper“ das Schotten-Kostüm, dann wird, bei stilechter Trageweise, das Thema Glocken in beiderlei Form wieder elegant aufgegriffen. Der Alternativ-Beitrag „die Glocken von Rom“ ist in dem jetzigen Alter der „Geschmeidigen Körper“ auf Grund von anatomischen Verwerfungen allerdings nicht mehr wünschenswert.

 §11

Wir erwähnten es bereits, die Hits der 80er Jahre, Münchner Freiheit: „Ohne dich schlaf `ich heut `Nacht nicht ein“. Und von wo aus könnte man dieses Lied besser und akustisch prachtvoller in Szene setzen als vom benachbarten Glockenturm aus. Und wer wäre hierfür prädestinierter als Ur-Ur Enkel vom Gloggegesser, Prinz Thomas der 11., Prinz Bernd vom zuckenden Blaulicht uis Helldesch, onser Namensinitiator,  onn other Schwoocher onn Brooder, de Glöckner von St. Michael. Wenn dieses Liebeslied vom Glockenturm nachts um drei aus 32 Metern Entfernung in unser Schlafzimmer ohgestömmt vom Samba mit simm Tenorhorn, öngermoaltt vom Gebröll vom Bernardo onn vom Karli, dann, friends of the night, Freude der Nacht, schlafen wir ganz sicher nicht ein. Da runs uns für Freyd the water in the mouth zosomme, do läuft amm es Wasser im Mull zosomme.So, wir wissen, our Englisch is under all pig, onser Englisch ess önger oller Sau, wir können`s halt nicht besser. Nichts desto trotz wünschen wir euch, liebe Narren, und uns eine schöne und lustige Kampagne, das Charmante übernehmen wir.

Gegeben zu Eckweisbach, am 10. im Elften 2018.

Prinz Uwe der 21. und Prinzessin Angelika die 19.,  zwei Lustige, Charmante von der oberen Kirchenkante.